Die Länderbahnzeit in Deutschland (1835–1920)

Die sogenannte Länderbahnzeit stellt eine zentrale Epoche in der Geschichte des deutschen Eisenbahnwesens dar. Sie erstreckte sich vom frühen Ausbau der Eisenbahninfrastruktur im 19. Jahrhundert bis zur Zentralisierung durch die Gründung der Deutschen Reichsbahn im Jahr 1920. In dieser Zeit entwickelten sich die Eisenbahnen unter föderaler Hoheit der deutschen Einzelstaaten – ein Umstand, der sowohl Chancen als auch strukturelle Herausforderungen mit sich brachte. Die Analyse dieser Epoche erlaubt nicht nur Rückschlüsse auf technische und wirtschaftliche Entwicklungen, sondern auch auf die politische und gesellschaftliche Dynamik des deutschen Kaiserreichs und seiner Vorgänger.

Historischer Hintergrund: Föderalismus und technische Moderne

Die Entwicklung des Eisenbahnnetzes in Deutschland vollzog sich im Spannungsfeld von technischer Innovation und politischem Partikularismus. Der Deutsche Bund (1815–1866) sowie später das Deutsche Kaiserreich (ab 1871) waren föderal strukturierte Staatengebilde, deren Gliedstaaten weitreichende Souveränitätsrechte wahrnahmen – insbesondere im Bereich der Infrastruktur.

Mit der Inbetriebnahme der ersten deutschen Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth im Jahr 1835 setzte ein rasanter Ausbau des Eisenbahnnetzes ein. Allerdings erfolgte dieser nicht koordiniert, sondern unter der Regie einzelner Länderregierungen, was zur Entstehung verschiedenster Staatsbahnen führte – darunter die Königlich Preußischen Staatseisenbahnen, die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen, die Sächsischen Staatseisenbahnen und andere.

Strukturelle Charakteristika der Länderbahnzeit

Die Länderbahnzeit war geprägt durch eine Vielzahl eigenständiger Bahnverwaltungen mit jeweils eigener Betriebsphilosophie, technischer Normierung und Personalstruktur. Dies führte zu einer ausgeprägten Heterogenität innerhalb des deutschen Eisenbahnsystems:

  • Technische Vielfalt: Unterschiedliche Kupplungssysteme, Signalsysteme, Fahrpläne und Normen für Lokomotiven und Wagen erschwerten den überregionalen Verkehr erheblich.
  • Wirtschaftliche Konkurrenz: Die Länderbahnen standen in einem latenten Wettbewerb zueinander, was zwar zu Innovationsanreizen führte, aber auch zu ineffizienter Ressourcennutzung und Doppelstrukturen.
  • Staatliche Interessenbindung: Die Eisenbahnen dienten nicht nur ökonomischen Zwecken, sondern waren auch Ausdruck staatlicher Souveränität und Machtprojektion – beispielsweise im Sinne strategischer Mobilität im militärischen Kontext.

Gleichzeitig war die föderale Struktur der Eisenbahnverwaltung auch Triebfeder für regional differenzierte Entwicklungspfade. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz konnte über den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg ganzer Regionen entscheiden. Insbesondere industrielle Zentren wie das Ruhrgebiet, Südwestsachsen oder Oberfranken profitierten stark von dieser Entwicklung.

Übergang zur Reichsbahn: Zentralisierung als Notwendigkeit

Die zunehmende Komplexität des Güter- und Personenverkehrs sowie die militärischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs offenbarten die Grenzen des föderalen Bahnwesens. Während des Krieges wurde das Eisenbahnwesen de facto zentral vom Preußischen Kriegsministerium koordiniert, was die Effizienz deutlich steigerte.

Nach Kriegsende und im Zuge der verfassungsrechtlichen Neustrukturierung Deutschlands (Weimarer Republik) wurde mit dem Eisenbahngesetz vom 30. April 1920 die Deutsche Reichsbahn gegründet. Diese unterstand fortan dem Reichsverkehrsministerium und führte das gesamte Eisenbahnwesen in staatlich zentralisierter Form weiter. Der Übergang markierte das Ende der Länderbahnzeit und leitete die Phase der nationalen Integration des Schienenverkehrs ein.

Historische Einordnung und Bewertung

Die Länderbahnzeit war Ausdruck eines spezifisch deutschen Entwicklungsweges, in dem technische Moderne und politischer Partikularismus eng verwoben waren. Aus heutiger Sicht erscheinen die Defizite des Systems – etwa mangelnde Standardisierung oder ineffiziente Verwaltung – als Entwicklungshemmnisse. Doch sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Länderbahnen entscheidend zur rasanten Industrialisierung Deutschlands beitrugen und als Vehikel sozialer und wirtschaftlicher Transformation wirkten.

Zudem beeinflusste die ästhetische und technische Vielfalt dieser Zeit maßgeblich das kulturelle Gedächtnis der Eisenbahn. Lokomotiven und Wagen aus der Länderbahnzeit sind heute begehrte Exponate in Eisenbahnmuseen und bei historischen Sonderfahrten.

Epoche I bei FREMO H0 RE

FREMO H0 RE, was ist das?

FREMO, der FReundeskreis Europäischer MOdellbahner, ist ein Verein, dessen Mitglieder Modellbahnmodule bauen und aus den Modulen temporär — z.B. in Turn- oder Messehallen — Anlagen aufbauen und betreiben. Weitere Informationen zum FREMO finden sich auf der FREMO-Homepage. Empfohlen sei auch der Film Fremo - Europäische Modellbahnergemeinschaft aus der Reihe Eisenbahnromantik des WDR.

Innerhalb des FREMO gibt es verschiedene Gruppen mit Spezialisierung auf z.B. eine bestimmte Spurweite oder einen bestimmten Detaillierungsgrad der Modelle. Diese Internetseite soll Praxisinformationen für die Freunde der Epoche I innerhalb der Gruppe H0 RE des FREMO bereithalten.

Was ist die Epoche I?

Die sogenannte Epoche I wird vom MOROP in der Norm NEM 800 als Zeitraum des Eisenbahnzeitalters vor 1925 definiert, in Deutschland beginnt sie mit der Fahrt des Adlers 1835.

Juni 1914

Die Epoche-I-Spieler bei FREMO H0 RE haben sich auf Juni 1914 als Spielzeit geeinigt.

Statistik der im Betriebe befindlichen Staatsbahnen Deutschlands 1912 (ohne Kolonial- und Privatbahnen)
NameNormalspur
km
Schmalspur
km
Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen1.753,7127,53
Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn1.093,78
Großherzoglich Oldenburgische Staatseisenbahnen651,53
Königlich Bayerische Staatseisenbahnen8.034,35115,45
Königlich Sächsische Staatseisenbahnen2.814,17507,75
Königlich Württembergische Staats-Eisenbahnen1.997,67101,28
Königlich Preußische Militär-Eisenbahn70,52
Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen2.021,9378,10
Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft38.790,44239,31
Staatsbahnen (Gesamtstreckenlänge: 58.297,52 km)57.158,101.069,42

Der FREMO-Wagen-„TÜV“ - Eine Einführung

Der Begriff FREMO-Wagen-„TÜV“ ist dem gleichnamigen Artikel von Andreas Nothaft entnommen. Er beschreibt dort ausführlich, wie die technischen und optischen Eigenschaften von Wagen verbessert werden können, um sie „FREMO-tauglich“ zu machen.

Vorbildtreue

Radsätze

Da viele Epoche-I-Module mit niedrigen Schienenprofilen ausgestattet sind, sind für die Wagen zwingend Radsätze nach RP25/110 zu verwenden. Das Innenmaß B sollte dabei 14,55 mm (+0,05 mm -0,18 mm) betragen (gemäß S-4.2). Überprüfung von B z.B. mittels https://www.dccconcepts.com/product/back-to-back-ooho-standard-14-5mm/

ACDCRP25
Speichenrad, Achse 24 mm, Rad 10,5 mm, metallE700320
Speichenrad, Achse 24,5 mm, Rad 10,5 mm, metall, spitzE700230E700630
Doppelspeichenrad, Achse 24,5 mm, Rad 10,5 mm, metall, spitzE204748E206852
Doppelspeichenrad, Achse 25,5 mm, Rad 11 mm, metallE34301211E32301211
Doppelspeichenrad, Achse 25,5 mm, Rad 11 mm, schwarzE32360009
Doppelspeichenrad, Achse 25,5 mm, Rad 11 mm, grauE34382604, E36669400E36669200

Wagenmasse

Wagen sind ab Werk meist zu leicht. Hier gilt es, durch versteckten Einbau von z.B. Bleischrot oder -platten die Masse des Wagens zu erhöhen. Die NEM 302 empfiehlt für die Spurweite H0 eine Masse von 0,4 g pro mm Wagenlänge. Hier ein entsprechender Rechner:

(Feder)puffer

Der sogenannte Hülsenpuffer wurde erst ab den 1920er Jahren verbaut (meist mit dem Einbau der Luftdruckbremse oder der Luftleitung nach ca. 1925), an Modellen der Epoche I hat er daher nichts zu suchen. Für Epoche I kommen folgende Puffertypen in Frage:

  1. Korbpuffer, zweifach geschlitzt
  2. Korbpuffer, vierfach geschlitzt
  3. Stangenpuffer

Dringend empfohlen ist der Einbau echt federnder Puffer, damit wird ein enger Kuppelabstand ermöglicht.

BestellnummerTypFlanschDurchmesserGefedert?
Weinert 8606Stangeeckig4,3 mmJa
Weinert 8607Stangeeckig4,3 mmNein
Weinert 86061Stangeeckig5,2 mmJa
Weinert 86071Stangeeckig5,2 mmNein
Weinert 8604Stangerund4,3 mmJa
Weinert 8605Stangerund4,3 mmNein
Weinert 86041Stangerund5,2 mmJa
Weinert 86051Stangerund5,2 mmNein
Weinert 8608Korb, 2x geschlitzt4,3 mmJa
Weinert 8609Korb, 2x geschlitzt4,3 mmNein
Weinert 86081Korb, 2x geschlitzt5,2 mmJa
Brawa 0650.50.56Korb, 2x geschlitzt, flach5,2 mmJa
Brawa 0650.50.57Korb, 2x geschlitzt, gewölbt5,2 mmJa
Weinert 86091Korb, 2x geschlitzt5,2 mmNein
Weinert 8610Korb, 4x geschlitzt4,3 mmJa
Weinert 8611Korb, 4x geschlitzt4,3 mmNein
Weinert 86101Korb, 4x geschlitzt5,2 mmJa
Weinert 86111Korb, 4x geschlitzt5,2 mmNein

Kupplungen

Bei FREMO-Treffen wird nach Fahrplan gefahren, d.h. ein problemloses manuelles An- und Abkuppeln der Wagen (z.B. mittels Schaschlikstäbchen) genießt oberste Priorität. Die Wagen sollen dabei aber nach Möglichkeit nicht mit der Hand berührt werden. Für die Spurweite H0 hat sich bereits vor vielen Jahren eine Kupplung gefunden, die genau diese Kriterien erfüllt und butterweich kuppelt: die Bügelkupplung der Firma Fleischmann. Diese Kupplung ist der Standard im FREMO. Lediglich bei Faltenbalg- und Gummiwulstübergängen sowie Ganzzügen sind andere Lösungen oft sinnvoller.

  1. Offen zugängliche Kupplung
    • entweder: NEM-Kupplungsaufnahme festlegen und kürzen, Fleischmann-Bügelkupplung in die NEM-Kupplungsaufnahme einsetzen
    • oder: NEM-Kupplungsaufnahme entfernen und OBK-Kupplung mit breitem (!) Bügel in die Pufferbohle einsetzen
    • oder: andere Kupplung, die aber einwandfrei mit der Fleischmann-Bügelkupplung kuppeln muß
  2. Schlecht zugängliche Kupplung oder Ganzzug
    • hier ist bevorzugt die Fleischmann-Profi-Kurzkupplung verwenden, falls die Wagen mit Wagen anderer kombiniert werden sollen. SK-2-Kupplungen von TAMS bzw. Viessmann 5048 sind zweipolige, stromführende, kompatible Varianten der Fleischmann-Profi-Kurzkupplung.
    • eine andere Kupplung kann verwendet werden, falls die Wagen nicht kombiniert werden sollen
  3. Eine gute allgemeine Einführung in die verschiedenen Kupplungssysteme findet sich hier.

Test von Bügelkupplungen

Es empfiehlt sich die Verwendung von Kupplungslehren, um das einwandfreie Kuppeln mit anderen Bügelkupplungen zu gewährleisten. Mit ihnen läßt sich auch die Höhenlage der Kupplung überprüfen:

Zurüsten

  • Trittstufen
  • Griffstangen
  • Schilderhalter
  • Zugwahlhebel
  • Bremswahlhebel
  • Beleuchtung
Schleifer von Malutronic LED-Leisten, goldweiss

Wagennummer

Eigentümer

Altern

Wahlhebel färben

Decoder

Höchstgeschwindigkeit

Viele Loks sind ab Werk viel zu schnell eingestellt, es empfiehlt sich die Einrichtung einer Teststrecke mit bekannter Länge und Zeitnahme eines Lokdurchlaufs mittels Stopuhr. Die Vorbildgeschwindigkeit ist dann um den Faktor 87 höher. Nachdem eine Messung in Sekunden erfolgen dürfte, aber die Geschwindigkeit in km/h interessant ist, hier ein kleiner Rechner:

F0 = Licht F1 = Sound F2 = Pfeife Bahnhofston F3 = Pfeife Streckenton F4 = Glocke F5 = Rangierlicht

Wagenkarte

Kohlenwagen nach Musterblatt A6

Die offenen Güterwagen nach Musterblatt A6 beruhen auf der preußischen Musterzeichnungen IId1. Diese ab 1913 gebauten Wagen hatten eiserne Wände und wurden mit und ohne Handbremse gebaut. Die Stirnwände waren drehbar gelagert und somit zum Entladen auf Kippanlagen geeignet. Sie hatten eine Ladelänge von 5.300 mm, eine Ladebreite von 2.812 mm, ein Ladevolumen von 19,4 m³; ihr Ladegewicht lag bei 15 Tonnen.

Die Wagen ohne Handbremse hatten einen Achsstand von 3.000 mm, eine Länge über Puffer von 6.600 mm; ihr Eigengewicht lag bei 7,3 Tonnen. Die offenen Wagen mit Bremserhaus hatten einen Achsstand von 3.300 mm, ihre Länge über Puffer betrug 7.300 mm. Ihr Eigengewicht betrug daher 8,6 Tonnen.

Sie wurden bei den Länderbahnen mit dem Gattungszeichen „Omk[u]“ bezeichnet und später bei der Deutschen Reichsbahn der Wagengattung „O Nürnberg“ zugeordnet, während die preußischen Kohlenwagen nach IId1 bei der DR der Wagengattung „O Schwerin“ zugeordnet wurden. Viele dieser Wagen wurden als Schlacken- und Kohlenwagen ausschließlich für die Versorgung der Bahnbetriebswerke verwendet.

Kalkwagen nach Musterblatt A7

Die ab 1913 gebauten zweiachsigen Güterwagen für den Transport von nässeempfindlichen Schüttgütern entsprachen weitgehend den Kalkwagen nach Musterblatt IId4. Sie unterschieden sich beispielsweise durch den Wegfall der oberen Türhebel, der Trittstufen und der Wagenkastenstützen an den Langträgern über den Achslagern. Diese Wagen hatten eine Ladelänge von 5.295 mm, eine Ladebreite von 2.812 mm, ein Ladegewicht von 15 Tonnen und ein Ladevolumen von 18,6 m³. Diese geschlossenen Wagen waren so konstruiert, dass die Dachklappen und Seitentüren sehr dicht waren, um das Transportgut gegen Sonne und Regen zu schützen. Die sechs Dachklappen waren mittig an dem durchgehenden Dachfirst des Satteldachs befestigt, was das Beladen vereinfachte.

Die Wagen ohne Handbremse hatten eine Länge über Puffer von 6.600 mm und bis 1917 einen Achsstand von 3.000 mm sowie ein Eigengewicht von 9,5 Tonnen. Die Wagen mit Handbremse verfügten über ein geschlossenes Bremserhaus, eine Kunze-Knorr-Bremse, hatten eine Länge über Puffer von 7.300 mm, ihr Eigengewicht lag bei 10,3 Tonnen und bis 1917 betrug ihr Achsstand 3.300 mm. Ab 1918 wurde der Achsstand für beide Wagenarten auf 3.500 mm festgelegt.

Fleischmann hat die Modelle der preußischen Kalkwagen nach Musterblatt IId4 auch als Wagen der Verbandsbauart nach Musterblatt A7 für die anderen Länderbahnen aufgelegt. Beim A7 entfielen jedoch die oberen Türverschlüße und die Trittstufen unter den Türen. Die Türverschlüße sind recht unauffällig, so daß durch Entfernung der Trittstufen unter den Türen mittels Seitenschneider der Wagen recht gut dem A7 angenähert werden kann. Skurrilerweise verwendet Fleischmann bei einigen dieser Modelle Hülsenpuffer, diese sind durch Korbpuffer zu ersetzen.

Güterzug mit Kohletrichterwagen

Von den Kohletrichterwagen der Gattung OOt (Zeichnung 376) wurden von 1903 bis 1906 insgesamt 51 Stück gebaut (81801-81851), die in vier Ganzzügen zu 12-13 Wagen unterwegs waren.

Beladen wurden die Wagen im Rheinhafen Gustavsburg bei Mainz, der Ort lag damals im Großherzogtum Hessen (Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau), also im Streckennetz der K.P.E.V.. Die Fracht dieser Regie- oder Dienstkohlenzüge wurde mit preußischen Lokomotiven (je 2 G7, G8, G9 oder eine G10) über Darmstadt nach Aschaffenburg gebracht.

Dort wurde auf bayerische Lokomotiven umgespannt (je 2 C IVvb, E I, BB I, G 4/5N oder eine G 5/5).

  • nach München: Aschaffenburg - Gemünden - Würzburg - Ansbach - Treuchtlingen - Ingolstadt oder Augsburg - München
  • nach Würzburg: Aschaffenburg - Gemünden - Würzburg
  • nach Nürnberg: Aschaffenburg - Gemünden - Würzburg - Kitzingen - Neustadt (Ai) - Nürnberg
  • nach Hof: Aschaffenburg - Gemünden - Würzburg - Schweinfurt - Bamberg - Lichtenfels - Kulmbach - Neuenmarkt/Wirsberg - Hof
  • nach Regensburg: Aschaffenburg - Gemünden - Würzburg - Kitzingen - Neustadt (Ai) -Nürnberg - Neumarkt - Regensburg

Im Modell können wir einen Ganzzug aus 12 Waggons durch mehrere Packungen Märklin 46801 (Wagennummern 81823, 81835, 81850), Trix 23500 (Wagennummern 81847, 81842, 81828), Trix 24302 (81825, 81833) und Trix 24104 (81809) bilden. Märklin hat auch weitere Sets produziert, diese stellen aber bereits den Nachkriegszustand um 1922 dar.

Orientexpreß 1914

Für den Orientexpreß kommen die Wagen aus dem Set 860 von Liliput (Wien) zum Einsatz. Die Wagen im Einzelnen:

  • Gepäckwagen No 1133 M der ISG
  • Schlafwagen No 1710 A der ISG
  • Schlafwagen No 1711 A der ISG
  • Speisewagen No 1940 D der ISG
  • Gepäckwagen No 1131 M der ISG
mit KKK und Innenbeleuchtung Die komplette LILIPUT-Wagengarnitur des Orient-Express der INTERNATIONALEN EISENBAHN SCHLAFWAGEN GESELLSCHAFT aus der Epoche I in der Originalverpackung Korrekte Darstellung der Teakholz-braunen Farbgebung (der Orientexpress war im Original nie braun-beige lackiert) Die Modelle sind neuwertig, ohne Kratzer im Lack und wurden nicht bespielt, die Verpackung weist Lagerspuren auf Einmalig ist die Detaillierung, mit zahlreichen separat angesetzten Messingteilen, darunter Tischlampen und Griffstangenhalter von Weinert auf dem Dach, bis hin zur Darstellung der geätzten Fensterscheiben in den Toilettenräumen – siehe Detailfotos Enthalten sind: Die Modelle wurden mit Roco-Kurzkupplungen ausgerüstet, zahlreiche Zurüstteile liegen bei, ebenso die Bedienungsanleitungen (Anmerkung zu den Griffstangen neben den Türen: Diese Griffstangen sind was für Leute mit starken Nerven, weil der Kunststoff sehr spröde ist – ein lange bekanntes Problem. Bei Bedarf sind aber solche Griffstangen aus Messing über http:://mzb.bplaced.net/schilder/schilder.html von Peter Fuchs (foxip54@yahoo.de) erhältlich) 2-Leiter Gleichstrom System Baugröße H0, Maßstab 1:87 exakt LüP je 238mm bzw. 205mm

Ladegut

Preiser-Figuren um 1914 bemalen

Eine ausführliche Werkstattanleitung für Figuren in H0 (1:87) mit Vallejo Model Color

Eine überzeugend bemalte H0-Figur entsteht nicht durch die größtmögliche Zahl aufgemalter Einzelheiten. Im Maßstab 1:87 ist ein erwachsener Mensch nur ungefähr zwei Zentimeter hoch; Gesichtszüge, Knöpfe, Kragen, Krawatten und Stofffalten liegen damit an oder unter der Grenze dessen, was aus üblichem Betrachtungsabstand überhaupt noch getrennt wahrgenommen wird. Gute Figurenmalerei in H0 ist deshalb vor allem eine Kunst der Auswahl: Die Modellierung muß sauber erhalten bleiben, die wichtigsten Farbflächen müssen eindeutig voneinander getrennt sein, und wenige, bewußt gesetzte Schatten und Lichter müssen die plastische Form lesbar machen.

Für eine Szene des Jahres 1914 kommt ein zweiter Anspruch hinzu. Kleidung soll nicht nur sauber bemalt, sondern auch in ihrer Farbigkeit, Materialwirkung und sozialen Zuordnung glaubwürdig sein. Die verbreitete Vorstellung einer ausschließlich schwarzen, grauen und braunen Vorkriegswelt ist ein Nachhall der Schwarzweißfotografie. Tatsächlich standen der Textilindustrie um 1914 längst intensive synthetische Farbstoffe zur Verfügung. Im alltäglichen Straßenbild dominierten zwar dunkle Wollstoffe, Anthrazit, Blau, Braun, Creme und gebrochene Weißtöne; Modeblätter, erhaltene Kleidungsstücke und Farbmusterbücher zeigen jedoch ebenso Burgunderrot, Grün, Violett, kräftiges Blau, gemusterte Stoffe, farbige Bänder und auffälligen Hutschmuck. Eine glaubwürdige Figurengruppe verbindet daher gedeckte Grundtöne mit einzelnen kontrollierten Farbakzenten.

1. Der Maßstab bestimmt die Malweise

Was bei einer 54-mm- oder 75-mm-Figur als fein abgestufte Figurenmalerei gilt, läßt sich nicht einfach proportional auf H0 übertragen. Ein weiß gemalter Augapfel, eine schwarze Pupille und ein roter Mund sind bei einer zwanzig Millimeter hohen Figur schnell größer als die entsprechenden anatomischen Merkmale im Vorbild. Unter der Lupe mag die Arbeit beeindruckend erscheinen; auf der Anlage entsteht dagegen häufig ein masken- oder comicartiger Eindruck. Dasselbe gilt für starkes „Blacklining“, also das schwarze Nachziehen jeder Vertiefung. In H0 sollten dunkle Konturen fast immer aus dem natürlichen Schatten der Modellierung und aus etwas dunkleren Farbtönen entstehen, nicht aus schwarzen Linien.

Die Bemalung muß deshalb auf drei Ebenen funktionieren. Erstens müssen die großen Farbflächen – Haut, Hemd, Jacke, Hose, Rock, Hut, Schuhe – sauber voneinander getrennt sein. Zweitens braucht die Figur einen etwas stärkeren Hell-Dunkel-Kontrast als ein reales Kleidungsstück, weil die winzige Modellierung sonst optisch zusammenfällt. Drittens dürfen Akzentuierungen nicht so grob werden, daß sie wie aufgemalte Grafikelemente erscheinen. Eine gute Bemalung besteht deshalb gewöhnlich aus einer Grundfarbe, einem gezielten Schattenton und einem kleinen Lichtton. Mehrere Zwischentöne sind selten erforderlich.

Grundsatz: In H0 gewinnt die Figur durch klare Formen und kontrollierten Kontrast, nicht durch die größtmögliche Zahl mikroskopischer Details.

2. Arbeitsplatz und Werkzeug

Die Anforderungen an das Werkzeug sind unspektakulär: besonders wichtig ist ein feiner Seitenschneider mit möglichst bündiger (= watenfreier) Schneide. Ein grober Elektronik- oder Haushaltsschneider übt beim Trennen so viel Kraft aus, daß Füße, Hutkrempen oder dünne Arme verformt werden können. Für das Versäubern ist ein scharfes Skalpell wichtiger als ein großes Sortiment an Feilen. Eine neue, feine Klinge kann Angußreste abschaben und Formtrennnähte entfernen, ohne die Modellierung unnötig zu verrunden.

Bei den Pinseln sollte man sich nicht von extrem kleinen Größen beeindrucken lassen. Ein hochwertiger Rundpinsel der Größe 0 mit langer, sauber schließender Spitze ist für die meisten H0-Arbeiten besser geeignet als ein mittelmäßiger 5/0- oder 10/0-Pinsel. Der etwas größere Pinsel hält mehr Farbe im Bauch; dadurch bleibt die Spitze länger feucht und die Farbe läßt sich kontrollierter abgeben. Für Gesichter, Kragen, Krawatten oder einzelne Knöpfe ist Größe 00 oder 000 sinnvoll, sofern die Spitze wirklich fein ist.

Arbeitsplatz mit Spritzling, Seitenschneider, Skalpell, Pinzette, Pinseln, Handbohrer, Messingdraht und Farben
Abb. 1: Ein zweckmäßiger Arbeitsplatz für H0-Figuren. Entscheidend sind ein feiner Seitenschneider, ein scharfes Skalpell, gut zugespitzte Rundpinsel, Pinzetten, feine Schleifmittel sowie eine Möglichkeit, die Figur während des Bemalens sicher zu halten.
Empfohlene Werkzeuge und ihre Aufgaben
WerkzeugEmpfehlungHauptaufgabe
Präzisions-SeitenschneiderFeine, möglichst flache SchneideTeile mit Sicherheitsabstand vom Spritzast lösen
SkalpellFeine, scharfe Klinge, beispielsweise Nr. 11Angüsse abtragen, Formtrennnähte abschaben
SchleifsticksEtwa 800, 1000, 1500 und 2000Schnittstellen und größere Unebenheiten glätten
PinzettenEine gerade und eine gebogene SpitzeKleine Teile führen, Zubehör positionieren
Handbohrer oder DremelBohrer etwa 0,4–0,5 mmFiguren für Haltestifte oder Reparaturen bohren
MessingdrahtEtwa 0,3 mmHaltestift und spätere Befestigung auf der Anlage
RundpinselGrößen 1, 0, 00 und gegebenenfalls 000Von großen Kleidungsflächen bis zu kleinsten Akzenten
Naßpalette oder PorzellanpaletteHelle, gut kontrollierbare OberflächeVerdünnen, Mischen und Bereithalten kleiner Farbmengen
LupenleuchteEtwa 2,5- bis 4-fache VergrößerungKontrolle von Kanten, Gesicht und kleinen Details

Bei der Beleuchtung ist eine gleichmäßige, möglichst neutralweiße (D50, 5000 K) Lichtquelle wichtiger als höchste Helligkeit. Warmes Licht verschiebt die Wahrnehmung von Blau, Grau und Hauttönen; sehr kaltes Licht kann Creme- und Brauntöne falsch erscheinen lassen. Eine moderate Vergrößerung von ungefähr 2,5- bis 4-fach genügt. Wer unter einer wesentlich stärkeren Lupe arbeitet, neigt leicht dazu, Einzelheiten zu überbetonen, die später mit bloßem Auge lediglich als störende Punkte erscheinen.

3. Vom Spritzast zur grundierfertigen Figur

Die Qualität der Bemalung wird bereits entschieden, bevor der erste Tropfen Farbe die Figur berührt. Eine Formtrennnaht, ein schlecht entfernter Anguß oder eine beschädigte Hutkrempe läßt sich mit Farbe nicht verbergen. Im Gegenteil: Grundierung und Schatten machen solche Fehler oft deutlicher sichtbar.

3.1 Den Spritzling lesen

Bevor Teile abgetrennt werden, lohnt sich ein genauer Blick auf den gesamten Spritzling. Man erkennt dabei, welche Angüsse tragend sind, welche Teile besonders empfindlich ausfallen und ob Arme, Gepäck oder Hüte einzelnen Figuren zugeordnet werden müssen. Bei umfangreichen Preiser-Bausätzen ist ein Foto des vollständigen Spritzlings hilfreich. Nach dem Zerlegen läßt sich so leichter rekonstruieren, welches Zubehör ursprünglich zu welcher Figur gehörte.

3.2 Mit Sicherheitsabstand schneiden

Der erste Schnitt erfolgt nicht bündig an Fuß, Hand oder Hut, sondern ungefähr einen halben bis einen Millimeter vom eigentlichen Teil entfernt. Dadurch wird die mechanische Belastung beim Durchtrennen vom Modell ferngehalten. Erst im zweiten Arbeitsgang wird der kleine verbliebene Anguß mit Skalpell oder sehr feinem Seitenschneider entfernt. Gerade bei dünnen Schuhen oder Armen reduziert dieses Vorgehen die Gefahr von Ausbrüchen erheblich.

Mehrstufige Darstellung einer H0-Figur beim Lösen vom Spritzast und Entfernen des Angusses
Abb. 2: Das Abtrennen erfolgt in zwei Schritten: Zuerst wird die Figur mit etwas Abstand freigeschnitten; erst danach wird der verbleibende Anguß sauber bis zur Kontur zurückgenommen. So gelangen die beim Schneiden entstehenden Kräfte nicht unmittelbar in empfindliche Modellteile.

3.3 Formtrennnähte entfernen

Formtrennnähte finden sich besonders häufig an den Außenseiten der Hosenbeine, an Armen und Schultern, am Kopf, am Rand von Hüten sowie an Röcken und Taschen. Die Klinge wird nahezu senkrecht zur Oberfläche gehalten und die Naht vorsichtig abgeschabt. Ein schneidender Zug parallel zur Oberfläche ist riskanter, weil er leicht eine neue Kerbe erzeugt. Anschließend können größere Stellen mit einem feinen Schleifstick nachgearbeitet werden. Im Gesicht sollte man fast ausschließlich mit einer sehr scharfen Klinge arbeiten, damit Nase, Ohren und Haaransatz nicht verrundet werden.

Weiße H0-Figur mit sichtbarer Formtrennnaht und Skalpell bei der Entfernung
Abb. 3: Eine Formtrennnaht an Schulter oder Hosenbein wird nicht weggeschliffen, sonst ruiniert man leicht die ganze Kontur. Sicherer ist das vorsichtige Abschaben mit einer scharfen Klinge und nur eine sehr geringe Nacharbeit mit feinem Schleifmittel.

3.4 Zusammenbau vor der Bemalung

Separate Arme, Gepäckstücke oder Hüte sollten zunächst trocken angepaßt werden. Als Grundregel gilt: so viel wie möglich vor dem Bemalen montieren, so wenig wie nötig separat lassen. Ein vollständig montierter Körper ermöglicht zusammenhängende Schatten und vermeidet sichtbare Klebestellen in bereits fertig lackierten Flächen. Separat bleiben nur Teile, die nach der Montage wesentliche Flächen praktisch unzugänglich machen würden, etwa ein großer quer vor der Brust getragener Koffer oder ein dicht am Körper geführter Schirm.

Klebeflächen bleiben grundsätzlich farbfrei. Bei geeignetem Polystyrol kann ein sparsamer Kunststoffkleber eine besonders saubere Verbindung ergeben, weil er die Kontaktflächen leicht anlöst und verschweißt. Bei Materialkombinationen oder winzigen Zubehörteilen kann Sekundenkleber zweckmäßiger sein. Überschüssiger Klebstoff wird vor der Grundierung vollständig entfernt.

4. Reinigen, Halten und Grundieren

Nach dem Schneiden, Schleifen und Kleben haftet feiner Kunststoffstaub auf der Oberfläche; hinzu kommen Hautfett vom Anfassen und möglicherweise geringe Rückstände aus der Fertigung. Diese Schicht ist unsichtbar, kann aber die Haftung der Grundierung beeinträchtigen. Die Figuren werden daher in lauwarmem Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel vorsichtig gereinigt, mit einem weichen Pinsel bewegt oder abgestrichen, anschließend mit klarem Wasser gespült und vollständig getrocknet.

H0-Figuren im Wasserbad und eine Figur auf einem Messingdraht in einem Korken
Abb. 4: Links die Reinigung in lauwarmem Wasser, rechts eine Figur auf einem feinen Messingstift. Der Haltestift verhindert, daß während des Bemalens ständig Finger über bereits fertige Farbflächen reiben.

Für längere Malarbeiten ist ein Figurenhalter beinahe unverzichtbar. Eine einfache Figur läßt sich mit einem winzigen Klebepunkt auf einem Korken befestigen. Dauerhafter und kontrollierter ist ein 0,3-mm-Messingstift in einer Schuhsohle. Dieser Stift dient beim Bemalen als Griff und kann später in einem entsprechend gebohrten Loch der Anlage zur mechanischen Befestigung verwendet werden.

4.1 Die Wahl der Grundierung

Für zivile Figuren ist ein mittleres Grau besonders universell. Vallejo führt dafür den Surface Primer 70.601 Grey. Grau ist hell genug, damit Haut- und Cremetöne nicht unnötig viele Schichten benötigen, zugleich aber dunkel genug, um Unebenheiten und die plastische Modellierung beim Arbeiten gut erkennen zu können. Weißer Primer eignet sich vor allem für sehr helle Sommerkleidung, weiße Schürzen oder kräftige Gelb- und Rottöne. Schwarzer Primer ist bei überwiegend dunklen Figuren möglich, erschwert jedoch die saubere Deckung von Haut, Hemden und hellen Blusen.

Die Grundierung muß die Oberfläche lediglich gleichmäßig einfärben. Sie darf keine fühlbare Hülle bilden. Mehrere sehr dünne Durchgänge sind einem kräftigen Auftrag vorzuziehen. Nach der Grundierung müssen Augenpartie, Knöpfe, Kragen, Falten und Hutbänder genauso scharf erscheinen wie zuvor.

Drei H0-Figuren mit unterschiedlichem Zustand der Grundierung
Abb. 5: Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der vollständigen optischen Deckung, sondern im Erhalt der Modellierung. Eine zu dicke Grundierung füllt kleine Vertiefungen und macht später jede noch so sorgfältige Bemalung unnötig schwer.

5. Farbe, Verdünnung und Malreihenfolge

Vallejo Model Color ist für die Pinselanwendung entwickelt und besitzt eine hohe Pigmentierung. Für H0 ist die Farbe direkt aus der Flasche dennoch häufig zu pastos. Ein brauchbarer Ausgangspunkt sind ungefähr drei Teile Farbe auf einen Teil Wasser oder Vallejo 70.524 Thinner Medium. Diese Angabe ist keine starre Rezeptur: Manche Pigmente verhalten sich dichter, andere transparenter. Entscheidend ist das Verhalten auf der Figur. Die Farbe soll leicht von der Pinselspitze fließen, die Oberfläche ohne sichtbare Pinselriefen überziehen und dennoch so kontrolliert bleiben, daß sie nicht von selbst in alle Vertiefungen läuft.

Drei Proben dunkelblauer Farbe mit unterschiedlicher Verdünnung auf einer Palette
Abb. 6: Zu dicke Farbe zeigt Pinselspuren und verschluckt Gravuren; zu dünne Farbe sammelt sich unkontrolliert in Vertiefungen. Richtig verdünnte Farbe bildet nach dem Trocknen eine glatte, dünne Schicht. Zwei dünne Aufträge sind fast immer besser als ein dicker.

5.1 Eine zweckmäßige Reihenfolge

Bei H0-Figuren ist eine Arbeitsweise von innen nach außen besonders praktisch. Zuerst werden Haut und Haare angelegt, anschließend Hemd oder Bluse, Weste und innere Kleidungsstücke. Danach folgen Hose oder Rock, Jacke beziehungsweise Mantel, Hut, Schuhe und Zubehör. Erst wenn alle Grundfarben sauber voneinander getrennt sind, werden Schatten, Lichter und kleinste Akzente ergänzt. Diese Reihenfolge reduziert die Zahl riskanter Pinselbewegungen zwischen bereits fertig bemalten Flächen.

Empfohlene Reihenfolge der Bemalung
ArbeitsgangInhaltZiel
1HautGesicht, Hals und Hände als zusammenhängende Grundfläche anlegen
2Haare und BartSaubere Grenze zum Gesicht schaffen
3Hemd oder BluseHelle Innenflächen vor dunkleren Jacken bemalen
4Weste und innere KleidungKleine Flächen sauber absetzen
5Hose oder RockGroße untere Farbflächen herstellen
6Jacke oder MantelDominierende Kleidungsfarbe auftragen
7Hut, Schuhe, Taschen, GepäckMaterial- und Farbakzente ergänzen
8Schatten und LichterPlastische Lesbarkeit erhöhen
9Knöpfe, Krawatte, MetallteileNur die wirklich sichtbaren Details ergänzen
10Korrekturen und SchutzlackKanten säubern und Glanzgrade vereinheitlichen

6. Gesichter, Hände und Haare

Das Gesicht ist die kleinste, aber psychologisch wichtigste Farbfläche der Figur. Es sollte deshalb nicht mit einer Vielzahl von Farben überladen werden. Für helle europäische Hauttöne ist 70.955 Flat Flesh eine brauchbare Ausgangsbasis. Ein weniger rosiger, etwas trockenerer Hautton entsteht, wenn drei Teile Flat Flesh mit ungefähr einem Teil 70.837 Pale Sand gemischt werden. Diese Mischung eignet sich besonders für Männer, ältere Personen oder Arbeiterfiguren, ohne daß die Haut unnatürlich grau wird.

Der Schatten wird nur dort gesetzt, wo die Modellierung ihn tatsächlich verlangt: unter der Hutkrempe, unter dem Kinn, seitlich der Nase, unter dem Haaransatz und zwischen Hals und Kragen. Eine einfache Mischung aus drei Teilen Grundhautton und einem Teil 70.804 Beige Red genügt. Ein flächiges dunkles Wash über das ganze Gesicht ist in H0 problematisch, weil es sich bevorzugt in Augenhöhlen und Mund sammelt und die Figur augenblicklich maskenhaft aussehen läßt.

Für die Lichter kann der Grundhautton mit 70.928 Light Flesh aufgehellt werden. Winzige Akzente auf Stirn, Nasenrücken, Wange, Kinn und Handrücken reichen aus. Es ist nicht notwendig, zwischen Schatten, Basis und Licht einen vollkommen glatten Verlauf zu erzeugen; aus normalem Betrachtungsabstand verschmelzen die kleinen Flächen optisch.

Mehrere Stufen der Bemalung eines männlichen H0-Gesichts
Abb. 7: Ein H0-Gesicht gewinnt durch wenige abgestufte Flächen. Die Augen werden möglichst nicht als weiße Augäpfel mit schwarzer Pupille gemalt; ein winziger dunkler Strich oder sogar allein der natürliche Schatten der Modellierung wirkt in diesem Maßstab meist überzeugender.

6.1 Augen und Mund

Bei normalen Anlagenfiguren kann man die Augen vollständig unbemalt lassen. Unter einer Hutkrempe und neben dem Nasenrücken entsteht genug natürlicher Schatten, um ein Gesicht lesbar zu machen. Bei besonders fein modellierten Figuren genügt ein extrem kurzer Strich mit 70.822 Camouflage Black Brown. Reines Weiß sollte nur bei einem außergewöhnlich großen, für Nahaufnahmen bestimmten Modell in mikroskopischer Menge eingesetzt werden. Der bekannte „erschrockene“ Ausdruck vieler handbemalter H0-Figuren entsteht fast immer durch zu große weiße Augen.

Auch der Mund verlangt Zurückhaltung. Eine Mischung aus etwa vier Teilen Hautgrundfarbe und einem Teil 70.944 Old Rose kann für Damenfiguren oder deutlich modellierte Lippen verwendet werden. Bei Männern reicht häufig der natürliche Schatten der Mundlinie. Kräftiges Rot ist im Maßstab 1:87 praktisch immer zu dominant.

6.2 Haare

Haare sollten wie ein eigenes Material behandelt werden: nicht als einfarbige Kappe, sondern mit einer dunklen Grundtiefe und einem kleinen Licht auf den erhabenen Partien. Blond wird nicht mit Gelb gemalt; überzeugender ist eine Folge aus Beige Brown, Buff und Pale Sand. Schwarzes Haar erhält mit Black Grey und German Grey mehr Form als mit reinem Schwarz.

Bewährte Haarrezepte
HaarfarbeSchattenBasisLicht
Schwarz70.950 Black70.862 Black Grey70.995 German Grey
Dunkelbraun70.822 Camouflage Black Brown70.984 Flat Brown70.983 Flat Earth
Mittelbraun70.941 Burnt Umber70.983 Flat Earth70.875 Beige Brown
Blond70.875 Beige Brown70.976 Buff70.837 Pale Sand
Grau70.995 German Grey70.992 Neutral Grey70.989 Sky Grey

7. Europäische Herren- und Damenmode um 1914

Eine H0-Szene wirkt historisch glaubwürdig, wenn die Kleidung nicht nur in ihrem Schnitt, sondern auch in ihrer sozialen und farblichen Abstufung stimmt. Ein Bahnhof, Marktplatz oder Stadtviertel des Jahres 1914 zeigt keine einheitliche „Mode von 1914“. Wohlhabende Reisende können sehr aktuelle Schnitte tragen, während ältere oder ländliche Personen Kleidungsstücke verwenden, deren Form bereits einige Jahre zurückliegt. Arbeiter, Dienstpersonal und Kinder folgen wiederum eigenen Konventionen. Gerade dieses Nebeneinander verschiedener Qualitätsstufen und modischer Geschwindigkeiten macht eine Szene überzeugend.

7.1 Herren

Der bürgerliche Männeranzug ist häufig dunkel, aber nicht zwangsläufig schwarz. Dunkelblau, Anthrazit, mittlere Grautöne, Braun und fein gemusterte Wollstoffe sind sehr brauchbar. Die Grundfarbe eines schwarzen Anzugs sollte in H0 fast nie reines 70.950 Black sein. 70.862 Black Grey oder 70.995 German Grey bewahren die Modellierung; reines Schwarz bleibt den tiefsten Schatten, Hutbändern und Schuhsohlen vorbehalten.

Für einen dunkelblauen Stadtanzug bietet sich 70.899 Dark Prussian Blue als Basis an. Mit etwas Schwarz entsteht ein tiefer Schatten, mit 70.965 Prussian Blue ein klarer, aber noch glaubwürdiger Lichtton. Bei Wollstoff darf die Mischung leicht mit German Grey gebrochen werden. Braune Tweed- oder Reiseanzüge lassen sich mit Camouflage Black Brown, Flat Brown und Beige Brown staffeln. Die Hose muß nicht zwingend dieselbe Farbe wie die Jacke besitzen; gestreifte Hosen, Westen oder unterschiedliche Mantelstoffe bringen historische Vielfalt in die Gruppe.

Sechs männliche Modellfiguren in unterschiedlichen europäischen Kleidungsstilen um 1914
Abb. 8: Herrenmode um 1914 reicht vom dunkelblauen oder anthrazitfarbenen Stadtanzug über braunen Tweed bis zu Arbeitskleidung und helleren Sommerstoffen. Hüte und Mäntel verändern die Silhouette stärker als winzige aufgemalte Details und sind deshalb für die Epochenwirkung besonders wichtig.
Farbaufbau für typische Herrenkleidung
KleidungsstückSchattenBasisLicht
Fast schwarzer Anzug70.950 Black70.862 Black Grey70.862 mit wenig 70.992 Neutral Grey
Anthrazitanzug70.950 Black70.995 German Grey70.992 Neutral Grey
Dunkelblauer Anzug70.899 Dark Prussian Blue mit wenig 70.95070.899 Dark Prussian Blue70.965 Prussian Blue
Brauner Anzug70.822 Camouflage Black Brown70.984 Flat Brown70.875 Beige Brown
Weißes Hemd70.820 Off-White mit wenig 70.98970.820 Off-White70.951 White
Strohhut70.875 Beige Brown70.976 Buff70.837 Pale Sand

7.2 Damen

Die modische Silhouette hatte sich bis 1914 deutlich von der ausgeprägten S-Linie der Jahrhundertwende entfernt. Lange Röcke blieben selbstverständlich, doch die Gesamtform war gerader und schlanker geworden. Blusen, Kostümjacken, Mäntel, Tuniken und vor allem Hüte bestimmen die Erscheinung. Für das Modell ist der Hut besonders dankbar: Ein andersfarbiges Band, eine Feder oder wenige Blumen verändern die Wirkung einer Figur stärker als eine kaum sichtbare Nahtlinie auf dem Rock.

Die häufige Verbindung einer hellen Bluse mit dunklem Rock oder Kostüm eignet sich hervorragend für H0. Creme White, Off-White und Ivory ergeben eine differenziertere helle Kleidung als reines Weiß. Für Röcke und Mäntel bieten sich Dark Prussian Blue, German Grey, Flat Brown, Green Brown und Dark Red an. Einzelne modischere Damen können kräftigeres Prussian Blue, Purple oder Burgunder tragen. Diese Farbakzente wirken umso überzeugender, wenn die Mehrzahl der umstehenden Figuren ruhiger gehalten ist.

Sechs weibliche Modellfiguren in verschiedenen Kleidern und Kostümen um 1914
Abb. 9: Damenkleidung bietet eine größere Bandbreite an Akzentfarben. Historisch plausibel ist nicht eine möglichst bunte Gruppe, sondern ein Wechsel aus Creme, Dunkelblau, Braun, Grün und Grau mit einzelnen kräftigeren Kleidern, Hutbändern oder Federn.
Farbaufbau für typische Damenkleidung
KleidungsstückSchattenBasisLicht
Cremefarbene Bluse70.976 Buff70.766 Cream White70.951 White
Blassblaue Bluse70.943 Grey Blue mit 70.820 Off-White70.906 Pale Blue70.906 mit wenig 70.951
Dunkelblauer Rock70.899 mit wenig 70.95070.899 Dark Prussian Blue70.965 Prussian Blue
Burgunderfarbener Stoff70.859 Black Red70.946 Dark Red70.946 mit wenig 70.947 Dark Vermilion
Violetter Stoff70.749 Dark Purple70.959 Purple70.750 Light Violet
Olivbrauner Stoff70.980 Black Green sparsam70.879 Green Brown70.886 Green Grey

8. Arbeiter, Dienstpersonal und Kinder

Arbeitskleidung sollte nicht einfach als „schmutzigere“ Variante bürgerlicher Kleidung verstanden werden. Sie unterscheidet sich durch robustere Stoffe, einfachere Schnitte, andere Farbtöne und häufig eine sichtbar geringere Materialvielfalt. Blaugraue Arbeitsjacken, graubraune Hosen, naturfarbene Hemden, Westen, Schürzen und Schirmmützen sind für viele zivile Szenen plausibel. In der Bemalung wirkt eine matte, leicht gebrochene Farbgebung glaubwürdiger als ein flächiges braunes Wash.

Für eine blaugraue Arbeitsjacke kann 70.867 Dark Blue Grey als Schatten, 70.943 Grey Blue als Basis und eine mit 70.989 Sky Grey aufgehellte Mischung als Licht verwendet werden. Graubraune Hosen lassen sich mit 70.762 Grey Brown aufbauen; Camouflage Black Brown vertieft die Schatten, Beige Brown hebt die oberen Falten hervor. Naturfarbene Hemden entstehen überzeugend aus Canvas, Buff und Off-White.

Kinderfiguren dürfen im Ensemble etwas heller erscheinen. Matrosenanzüge waren weiterhin verbreitet; ein dunkler Anzug aus Dark Prussian Blue mit Off-White am Kragen ergibt sofort eine klare zeitliche Anmutung. Bei Mädchen sind helle Kleider, Schürzen und gedeckte Pastelltöne möglich. Auch hier sollte man moderne Farblogik vermeiden: nicht jede Kinderfigur braucht leuchtende Primärfarben.

9. Stoffe, Muster, Leder und Gepäck

Materialwirkung entsteht im kleinen Maßstab weniger durch eine gemalte Textur als durch die Form und Härte der Lichter sowie durch den abschließenden Glanzgrad. Ein Wollmantel erhält breite, diffuse Lichter und bleibt vollkommen matt. Leinen wirkt etwas heller und trockener; schmale Kantenlichter an Falten können stärker hervortreten. Satin und Seide brauchen deutlichere Hell-Dunkel-Sprünge und schmalere Reflexe. Samt dagegen bleibt in der Fläche sehr dunkel und erhält nur wenige farbige Lichter. Leder darf nach dem abschließenden Mattlack punktuell wieder mit Satin Varnish behandelt werden.

Makrovergleich mehrerer bemalter Stoff- und Materialoberflächen an Modellfiguren
Abb. 10: Stoffwirkung wird in H0 vor allem über Kontrast und Glanzgrad lesbar. Matte Wolle, helles Leinen, glänzender Satin, tiefes Samt, braunes Leder und Stroh unterscheiden sich nicht nur durch ihre Farbe, sondern durch die Art, wie das Licht auf der Oberfläche geführt wird.

9.1 Streifen und Karo

Zeitgenössische Modequellen zeigen Streifen und Karos, doch ein maßstäblich korrektes Gewebe wäre in 1:87 praktisch nicht auflösbar. Das Muster muß daher grafisch vereinfacht werden. Bei einem Nadelstreifenanzug genügen auf jeder größeren sichtbaren Fläche zwei bis vier sehr feine, etwas hellere Linien. Reines Weiß ist auf Anthrazit meist zu hart; Neutral Grey oder Sky Grey wirkt besser. Ein Karo entsteht aus wenigen senkrechten und waagerechten Linien, deren Kreuzungen nur stellenweise verstärkt werden. Das Auge des Betrachters ergänzt das Muster, ohne daß jede Masche tatsächlich gemalt werden muß.

9.2 Schuhe und Leder

Schwarze Schuhe profitieren von demselben Prinzip wie schwarze Anzüge: Die Basis wird mit Black Grey statt mit reinem Schwarz angelegt. Black vertieft nur Sohle und Schatten, German Grey setzt einen winzigen Lichtstrich auf der Schuhspitze. Nach dem Mattlack genügt ein sehr dünner Auftrag Satin Varnish, um poliertes Leder anzudeuten. Dunkelbraunes Leder kann aus Camouflage Black Brown, Leather Brown und Saddle Brown aufgebaut werden.

9.3 Koffer und Taschen

Reisegepäck ist ein idealer Ort für warme Farbtöne und kleine Metallakzente. Ein Koffer aus Saddle Brown mit Camouflage Black Brown in den Vertiefungen und Flat Earth auf den Kanten wirkt lebendig, ohne den Blick von der Figur abzulenken. Messingbeschläge werden nicht als breite goldene Streifen gemalt; ein winziger Punkt oder kurzer Strich mit 70.801 Brass genügt. Für schwarzes Leder gilt wieder Black Grey als Basis und Black nur für die Tiefen.

10. Schatten und Lichter: die Drei-Ton-Technik

Die wichtigste Maltechnik für H0 läßt sich auf drei Töne reduzieren: Schatten, Basis und Licht. Sie ist nicht als starres „Dreifarbenschema“ zu verstehen, sondern als Methode, die Form einer sehr kleinen Figur schnell lesbar zu machen. Zunächst wird das Kleidungsstück vollständig in der Basisfarbe bemalt. Nach dem Trocknen folgt der Schattenton nur in den wirklich tief liegenden Bereichen. Abschließend wird der Lichtton sparsam auf diejenigen Flächen gesetzt, die nach oben oder zum angenommenen Licht hin orientiert sind.

Bei einem dunkelblauen Mantel etwa bildet 70.899 Dark Prussian Blue die Basis. In die Schatten kommt derselbe Ton mit wenig 70.950 Black. Als Licht genügt 70.965 Prussian Blue. Unter einer Hutkrempe, zwischen Arm und Körper, unter dem Revers und zwischen tiefen Mantelfalten liegt der Schatten. Schulteroberseiten, obere Ärmel und einzelne Faltenkanten erhalten das Licht. Man muß nicht jede Vertiefung umranden; gerade das Weglassen unnötiger Linien trennt eine glaubwürdige Miniatur von einer comicartigen Bemalung.

Vier Stufen eines dunkelblauen Mantels von der Grundierung bis zu Schatten und Licht
Abb. 11: Die Drei-Ton-Technik am dunkelblauen Mantel. Nach der Basis werden Schatten gezielt vertieft und anschließend nur die nach oben gerichteten Flächen aufgehellt. Aus normalem Betrachtungsabstand verschmelzen die drei Stufen zu einer plastischen Wirkung.
Wo Schatten und Lichter bevorzugt liegen
BereichSchattenLicht
Kopf und GesichtUnter Hutkrempe, unter Kinn, seitlich der NaseStirn, Nasenrücken, obere Wange
Jacke oder MantelUnter Revers, zwischen Arm und Körper, tiefe FaltenSchultern, obere Ärmel, erhabene Faltenkanten
HoseZwischen den Beinen, unter Jackensaum, tiefe FaltenOberschenkelvorderseite, Knie, obere Falten
RockZwischen Falten und unter ÜberkleidungVorderkanten der Falten und obere Stoffbereiche
HutUnter der Krempe und am BandOberseite von Krone und Krempe

11. Eine ganze Figurengruppe planen

Eine einzelne Figur darf modisch auffallen. Eine ganze Szene braucht dagegen eine übergeordnete Farbdramaturgie. Wer zwanzig Figuren unabhängig voneinander bemalt und für jede ein neues Farbschema erfindet, erhält schnell ein unruhiges Ensemble. Besser ist eine begrenzte gemeinsame Palette, die sich wiederholt, ohne uniforme Gleichförmigkeit zu erzeugen.

Als Grundgerüst eignen sich Dunkelblau, Anthrazit, mittleres Grau, Braun, Creme und Off-White. Blaugrau, Beige, Oliv und Altrosa können als sekundäre Farben auftreten. Burgunder, kräftigeres Blau, Violett und Dunkelgrün bleiben wenigen Kleidungsstücken, Hutbändern oder Accessoires vorbehalten. Diese Verteilung ist keine historische Statistik, sondern eine bildnerische Methode. Sie sorgt dafür, daß die Szene als zusammengehöriger Ort wirkt und einzelne modischere Figuren dennoch sichtbar bleiben.

Ebenso wichtig ist die soziale Mischung. Auf einem Bahnhof stehen Reisende in gutem Anzug neben Gepäckträgern, Arbeitern, Dienstpersonal, Kindern und Personen aus ländlichem Umfeld. Die Kleidung unterscheidet sich daher nicht nur durch Farbe, sondern durch Material, Pflegezustand, Schnitt und Zubehör. Ein bürgerlicher Herr kann polierte Schuhe und einen sauberen Mantel tragen, während der Arbeiter eine blaugraue Jacke und stumpfes Leder besitzt. Solche Unterschiede sind in H0 deutlicher und glaubwürdiger als eine übermäßige Alterung mit braunen Washes.

Gruppe handbemalter Figuren um 1914 auf einem Modellbahnsteig
Abb. 12: Eine größere Gruppe gewinnt durch Wiederholung weniger Grundfarben und durch soziale Differenzierung. Dunkelblau, Grau, Braun und Creme bilden das ruhige Gerüst; Violett, Burgunder und kräftigere Blautöne bleiben Akzenten vorbehalten.

11.1 Serienbemalung

Für zehn, zwanzig oder mehr Figuren ist eine serienweise Arbeitsweise effizienter als das vollständige Fertigstellen einer Figur nach der anderen. Zunächst werden alle Figuren versäubert, gereinigt und grundiert. Danach folgen bei allen Figuren die Haut, anschließend Haare, Hemden und Blusen, Hosen und Röcke, Jacken und Mäntel, Hüte, Schuhe und Zubehör. Erst am Ende werden Schatten, Lichter und Details ergänzt. Diese Vorgehensweise spart nicht nur Zeit, sondern sorgt dafür, daß gleiche Farbmischungen tatsächlich über die ganze Gruppe hinweg konsistent bleiben.

12. Typische Fehler und ihre Korrektur

Die meisten mißlungenen H0-Figuren scheitern nicht an fehlenden Details, sondern an zu viel Material oder zu starkem Kontrast. Zu dicke Farbe glättet die Gravur; zu große Augen verändern den Gesichtsausdruck; reines Schwarz verschluckt die Falten eines Anzugs; reines Weiß läßt Hemden kreidig erscheinen. Ein flächiges braunes Wash wiederum kann aus sauber modellierter Kleidung eine fleckige Oberfläche machen.

Vergleich mehrerer fehlerhafter und zurückhaltender Maltechniken an Modellfiguren
Abb. 13: Typische Übertreibungen im Vergleich mit zurückhaltender Bemalung. Im kleinen Maßstab ist die Korrektur fast immer eine Reduktion: dünnere Schichten, kleinere Augen, weniger Schwarz, kleinere Lichtflächen und eine sauberere Trennung der Farbbereiche.
Fehlerdiagnose
BeobachtungWahrscheinliche UrsacheKorrektur
Knöpfe und Falten verschwindenFarbe oder Grundierung zu dickStärker verdünnen und in mehreren dünnen Schichten arbeiten
Gesicht wirkt erschrockenWeiße Augen zu großAugen ganz weglassen oder nur als winzigen dunklen Strich andeuten
Schwarzer Anzug wirkt wie ein LochReines Schwarz als BasisBlack Grey oder German Grey als Grundfarbe verwenden
Weiße Kleidung wirkt kreidigReines Weiß auf großer FlächeOff-White, Cream White oder Ivory als Basis verwenden
Figur wirkt schmutzigBraunes Wash über die gesamte OberflächeVerschmutzung und Schatten lokal und materialbezogen einsetzen
Figur wirkt flachKeine Abstufung der GrundfarbenMit Basis, Schatten und Licht arbeiten
Figur wirkt wie eine ComiczeichnungZu starkes Blacklining und zu große HighlightsKonturen reduzieren und Lichtflächen verkleinern
Szene wirkt wie ein koloriertes SepiafotoZu viele Braun- und GrautöneDunkelblau, Creme, Grün und einzelne historische Akzentfarben ergänzen

12.1 Historische Fehlgriffe

Eine technisch sauber bemalte Figur kann trotzdem aus der Epoche fallen. Für eine zivile Szene von 1914 sind kurze Damenröcke, 1920er-Bobfrisuren, moderne Freizeithemden, Jeans, Sportschuhe und heutige Taschenformen offensichtlich unpassend. Weniger auffällige Fehler entstehen durch moderne Farbkombinationen und zu informelle Kleidung. Umgekehrt ist auch eine vollständig dunkle „Trauerpalette“ historisch nicht überzeugend. Schwarzweißfotografien dokumentieren Silhouette, Häufigkeit und Trageweise hervorragend, liefern aber keine unmittelbare Information über die reale Farbe des Stoffes.

13. Vallejo-Referenz für zivile Figuren um 1914

Die folgende Auswahl ist bewußt nicht als vollständige Vallejo-Farbkarte angelegt. Sie enthält diejenigen Model-Color-Töne, die für zivile Figuren des frühen 20. Jahrhunderts besonders vielseitig sind. Militärisch klingende Farbnamen wie „German Grey“ oder „Dark Prussian Blue“ bezeichnen hier lediglich Farbtöne und sagen nichts über den zivilen oder militärischen Verwendungszweck am Modell aus.

Kernpalette Vallejo Model Color
NummerFarbeTypische Verwendung in H0
WhiteHöchste Lichter, sehr kleine weiße Details
Off-WhiteHemden, Blusen, Kragen
Cream WhiteCremefarbene Blusen, Sommerkleidung
IvoryLeinen, Spitze, warme helle Stoffe
Pale SandWarme Aufhellungen, blondes Haar, Stroh
BuffLeinen, Stroh, naturfarbene Stoffe
BlackNur tiefste Schatten und kleine schwarze Details
Black GreySchwarze Kleidung und Leder als Basis
German GreyAnthrazit, schwarze Haare, dunkle Lichter
Neutral GreyGraue Anzüge und Lichter auf dunklen Stoffen
Sky GreyHelle Grautöne und feine Lichtkanten
Dark Prussian BlueDunkelblaue Anzüge, Röcke und Mäntel
Prussian BlueBlauer Lichtton und modischere blaue Kleidung
Grey BlueArbeitskleidung und blaugraue Stoffe
Pale BlueHelle Blusen und Kinderkleidung
Camouflage Black BrownTiefes Braun, Leder, Haare, Augenstrich
Burnt UmberBraune Schatten und warme Stoffe
Flat BrownBraune Anzüge und Kleidung
Flat EarthBraune Lichter und Leder
Saddle BrownGepäck und mittelbraunes Leder
Leather BrownSchuhe, Gürtel, Taschen
Beige BrownHelle Brauntöne, Tweed, blondes Haar
Grey BrownArbeits- und Alltagskleidung
CanvasArbeitshemden, Schürzen, naturfarbene Stoffe
Black RedRotbraune und burgunderfarbene Schatten
Dark RedBurgunderrote Kleidung und Akzente
Dark VermilionKleine warme Rotlichter
Old RoseDezente Lippen, Altrosa, Stoffakzente
PurpleViolette Damenkleidung und Accessoires
Dark PurpleSchatten für violette Stoffe
Light VioletLichter für violette Stoffe
Black GreenDunkelste grüne Schatten
Green BrownOlivbraune zivile Stoffe
Green GreyLichter auf gedämpftem Grün
Flat FleshHautbasis
Light FleshHautlichter
Beige RedHautschatten und warme Mischungen
BrassMessingbeschläge und winzige Metallakzente
SilverSilberne Metallakzente
GunmetalDunkle Metallteile

13.1 Hilfsmittel

Vallejo-Hilfsmittel
NummerProduktVerwendung
70.601Grey Surface PrimerUniverselle graue Grundierung
70.524Thinner MediumVerdünnung von Model Color bei Erhalt der Bindemittelmenge
70.596Glaze MediumTransparente Lasuren und kontrollierte Farbfilter
70.520Matt VarnishAbschließender matter Schutzlack
70.522Satin VarnishGezielter Seidenglanz auf Leder, Seide und polierten Flächen

13.2 Eine sinnvolle Minimalpalette

Wer zunächst nur eine begrenzte Zahl an Flaschen anschaffen möchte, kommt für zivile Figuren mit einer erstaunlich kleinen Auswahl aus. Off-White, Cream White, Buff, Black, Black Grey, German Grey und Neutral Grey decken die neutralen Stoffe ab. Dark Prussian Blue und Prussian Blue bilden die wichtigste Farbfamilie für dunkle Anzüge und Mäntel. Camouflage Black Brown, Flat Brown, Saddle Brown und Beige Brown reichen für den größten Teil von Leder, Haaren und brauner Kleidung. Green Brown, Dark Red und Old Rose liefern gedämpfte Akzente. Für Haut genügen Flat Flesh, Light Flesh und Beige Red. Mit diesen Farben lassen sich durch Mischen bereits zahlreiche Zwischenstufen erzeugen.

13.3 Abschließender Schutz

Nach vollständiger Trocknung wird die Figur dünn mit 70.520 Matt Varnish geschützt. Der Lack vereinheitlicht unterschiedliche Glanzgrade der Acrylfarben und nimmt kleinen Korrekturstellen den auffälligen Oberflächenunterschied. Anschließend kann mit 70.522 Satin Varnish punktuell wieder leichter Glanz zurückgebracht werden: auf Schuhen, Ledertaschen, Gürteln und gegebenenfalls seidenen Stoffen. Metallteile sollten nicht durch eine dicke Mattlackschicht stumpf werden.

14. Arbeitsablauf für eine Serie von Figuren

Bei einer größeren Bahnhofsszene ist eine Fließbandorganisation besonders sinnvoll. Zunächst werden sämtliche Figuren aus den Spritzlingen gelöst, versäubert und gereinigt. Danach werden alle Figuren grundiert. Im nächsten Durchgang erhält jede Figur die Hautgrundfarbe, danach folgen Haare, Hemden und Blusen. Anschließend werden Hosen, Röcke, Jacken und Mäntel in Gruppen bearbeitet. Erst wenn die ganze Serie ihre Grundfarben besitzt, werden Schatten und Lichter gesetzt. Dadurch muß eine Farbmischung nur einmal angesetzt werden und die Gruppe bleibt farblich zusammenhängend.

Für die konkrete Planung empfiehlt sich eine kleine Tabelle auf Papier oder im Rechner. Jede Figur erhält eine Hauptfarbe, eine sekundäre Farbe und höchstens einen auffälligen Akzent. So läßt sich verhindern, daß zu viele ähnliche Figuren nebeneinander stehen oder daß eine ganze Gruppe zufällig denselben Braunton erhält.

Beispiel für die Planung von acht Figuren
FigurHauptfarbeSekundärfarbeAkzent
Bürgerlicher HerrDunkelblauCremeBurgunderkrawatte
Älterer HerrAnthrazitGrauBrauner Stock
ReisenderBraunOff-WhiteMessing am Koffer
ArbeiterBlaugrauGraubraunKeine kräftige Akzentfarbe
Modische DameDunkelblauCremeBurgunderfarbene Feder
Ältere DameOlivbraunCremeDunkler Hut
MädchenHellblauOff-WhiteKleines dunkelblaues Band
JungeDunkelblauOff-WhiteBraune Schuhe

15. Quellen und historische Einordnung

Für die Farbnamen und Produktnummern ist die aktuelle beziehungsweise jüngere offizielle Vallejo-Model-Color-Dokumentation die maßgebliche Referenz. Für die historische Kleidung sind erhaltene Originalkleider und datierte Modeillustrationen besonders wertvoll, weil sie – anders als Schwarzweißfotografien – unmittelbar über Farbkombinationen und Materialien informieren. Schwarzweißaufnahmen bleiben jedoch unverzichtbar, um die tatsächliche Häufigkeit von Kleidungsstücken, soziale Unterschiede und die Trageweise im Alltag einzuschätzen.

Die in dieser Anleitung vorgeschlagenen Mischungsverhältnisse sind praktische Modellbauwerte und keine chemischen Normrezepturen. Je nach Charge, Alter der Farbe, Pinsel, Untergrund und gewünschter Wirkung kann die notwendige Verdünnung geringfügig abweichen. Vor allem bei H0 ist die sichtbare Wirkung auf der Figur das entscheidende Kriterium.

16. Schluß: Maß halten

Die überzeugendste H0-Figur ist nicht zwangsläufig diejenige, an der unter starker Vergrößerung die meisten Einzelheiten zu erkennen sind. Entscheidend ist, ob die Figur auf der Anlage als Mensch mit nachvollziehbarer Kleidung, Materialität und sozialer Rolle erscheint. Saubere Vorbereitung, dünne Farbschichten, ein kontrollierter Drei-Ton-Aufbau und eine historisch plausible Palette leisten dafür mehr als mikroskopisch aufgemalte Augen oder ein Dutzend harter Konturlinien.

Gerade bei einer Szene um 1914 lohnt es sich, die Schwarzweißfotografie gedanklich wieder zu kolorieren: dunkle Wollanzüge in Anthrazit und Blau, cremefarbene Hemden und Blusen, braunes Leder, olivgrüne und burgunderfarbene Akzente, helle Strohhüte und einzelne modische Farben. Wird diese Vielfalt behutsam eingesetzt, entsteht keine bunte Fantasiewelt, sondern ein glaubwürdigeres Bild der europäischen Vorkriegszeit.

Die beste Regel für H0 lautet deshalb: sauber vorbereiten, dünn malen, Kontraste bewußt setzen und nur jene Details hervorheben, die im Maßstab 1:87 tatsächlich zur Lesbarkeit der Figur beitragen.

Preiserlein

Material

  • Airbrushfarbe hautfarben, z.B.
  • Feiner Seitenschneider
  • Bastelmesser/kleiner Cutter

Vorarbeiten

  1. Entfetten (Wasser mit Spülmittel), ab hier mit fettfreien Einweghandschuhen arbeiten
  2. Mit feinem (!) Seitenschneider Figuren von den Gußästen lösen
  3. Entgraten
  4. Zusammenkleben von Einzelteilen
  5. Evtl. als Vorbereitung für die Bemalung: temporäre Montage auf Halterung

Bemalung

  1. Grundierung mit Hautfarbe, bei größeren Mengen mit Airbrush
  2. Akzentuierung der Gesichter (Augenhöhlen dunkler, Augenbrauen und Lippen andeuten, Bärte)
  3. Hosen, Oberbekleidung, Accessoires (Taschen, etc.)
  4. Schuhe
  5. Frisur
  6. Feinste Details (z.B. Uniformknöpfe, Orden)

Bw Schlackental

Das Bw Schlackental verdankt seine Entstehung dem Umstand, daß bei Epoche-I-Betrieb im FREMO an Grenzbahnhöfen – etwa zwischen Bayern und Württemberg – Lokomotiven gewechselt und nicht selten auch gewendet werden müssen. Diese betrieblichen Vorgänge in die Schattenbahnhöfe zu verlegen, erwies sich als zeitraubend und dem Spielvergnügen wenig zuträglich. Mithin war der Bau eines kompakten Moduls mit Drehscheibe nebst Lokomotivschuppen geboten. Die Wahl fiel auf die bewährte Fleischmann-Drehscheibe sowie den Lokomotivschuppen „Ottbergen“ aus dem Hause Kibri.

AnzahlBezeichnung
1Drehscheibe Fleischmann 665201
6 Ringlokschuppen Ottbergen, dreiständig Viessmann/Kibri 39452
3 Verlängerung zum Lokschuppen Ottbergen Viessmann/Kibri 39454
2 Modellbahn Union MU-H0-A50004 H0 Schornstein 6x Fertigmodell
1 , 17 ml für die betonierten Bereiche der Drehscheibe
1, 17 ml Flecken für die betonierten Bereiche der Drehscheibe
1, 17 ml für Geländer/Träger der Drehscheibe
1, 17 ml für das Drehscheibenhäuschen und die Tore des Lokschuppens
1, 17 ml für die Oberseite der Schienen im Boden der Drehscheibe
1, 17 ml für die Fensterrahmen des Lokschuppens und die Unterseite der Lokschuppentüren
1Revell 36184: Aqua Color Lederbraun, matt, 18ml, RAL 8027 für Seiten der Schienen und Kleineisen

Aufbau

Der neunständige (Stände 1-6: kurz, 7-9 verlängert) Ringlokschuppen wurde grundsätzlich nach Anleitung aufgebaut mit Ausnahme folgender Modifikationen:

  1. Der Bausatz ist eigentlich größtenteils kleberfrei steckbar, ich habe allerdings Wände und Fensterrahmen verklebt, da das Modul ja transportsicher sein muß
  2. Aus unerfindlichen Gründen liefert Viessmann keine Zwischenrahmen für die Verbindung der Erweiterungen untereinander. Ich habe daher kurzerhand mit einer Proxxon KS 230 die vier Zwischenwände der Erweiterungen so beschnitten, daß nur noch die Mauerstreifen an Decke und Rückwand übrigblieben
  3. Das Gebäude bekommt eine Bodenplatte (Oberkante bündig zur Schienenoberkante), daher habe ich
    • bei allen Toren die Öffnungen für die Gleise mit den vorgesehenen Teilen komplett verschlossen
    • die Bodenleisten der Zwischenrahmen bis auf kurze Reste (zur späteren Verankerung an der Platte) entfernt
  4. Im Torbereich wurde jeweils ein zusätzlicher Schornstein (Modellbahn Union MU-H0-A50004) am Fuß passend angeschrägt und angeklebt

Freising

Das Modul Freising hat ein reales, heute nicht mehr existierendes Vorbild.

Vorbild

...
Gesamtansicht nach alten Postkarten, digital ergänzt

Der Bahnhof wurde 1858 im Zuge des Baus der Strecke von München nach Landshut durch die königlich privilegierte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen eröffnet. 1891/92 wurde die Strecke zweigleisig ausgebaut, 1925 elektrifiziert. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof am 18. April 1945 bei einem alliierten Bombenangriff völlig zerstört, am Bahnhof und in der näheren Umgebung starben 224 Menschen. Nach dem Krieg wurde ein komplett neues Empfangsgebäude an anderer Stelle errichtet.

Modell

Das Modell stellt den Zustand des Bahnhofs vor dem zweigleisigen Ausbau dar (also um 1890), ist aber mit bayerischer Signaltechnik von 1890 oder 1914 konfigurierbar (Wattenscheider Schächte). Fahrdienstleiter und Zugpersonal befinden sich immer auf der dem Empfangsgebäude gegenüberliegenden Seite (Weichenbetätigungen). Die Seite mit dem Empfangsgebäude kann auch entlang einer Wand eingeplant werden. Grundstellung und Gleisbelegungen: Gleis 2 fahrplanmäßig als Standard-Einfahrgleis. Die Rangierzeiten sind aufgrund der vorbildgerechten Sicherung hoch.

Planung und Durchführung

Geplant hat das Modell Daniel Dolinsky, der aus Freising stammt. Gebaut wird der östliche Bahnhofsteil nach dem Empfangsgebäude von Axel Obermayr, der westliche von Daniel Dolinsky. Wertvolle Hinweise und Fotos zum Original kamen von Alois Graßl (IG Hallertauer Modelleisenbahner e.V.) und Florian Notter (Stadtarchiv Freising). Das Modell soll im Heimatmuseum Kirchseeon den Bahnbetrieb des 19. Jahrhunderts veranschaulichen.

Bau

Gebaut wird mit Weinert-Schwellen, Tillig-Schienen und Weichen-Walter-Pukos. Als Weichen werden modifizierte Tillig EW5 verwendet, um bayerische Länderbahnweichen wenigstens anzudeuten.

  • Einzeichnen der Gleismittellinie, sowie der Lage der einzelnen (!) Schwellen und der Schwellenaußenkanten
  • Fräsen der Mittelliniennut (für die Punktkontakte), z.B. mittels Dremel mit Oberfräsenaufsatz
  • Einkleben und Ausrichten der Punktkontakte in die Nut, z.B. mittels UHU Alleskleber
  • Aufkleben der Schwellenbänder (mit oder ohne eingeschobene Gleise), an den Segmenträndern wird die letzte Schwelle vorläufig weggelassen
  • Einschrauben (nach Vorbohren) von Messingholzschrauben (Senkkopf mit Schlitz, DIN 97, 2x20) an den Segmentenden
  • Verzinnen der Schraubenköpfe (Empfehlung: Verwendung von Lötfett oder Löthonig)
  • Ablängen der Schienen: im mittleren Bereich des Segments einen Dehnungsspalt freilassen, leichter Überstand am Segmentende
  • Schienenunterseite im Bereich der Messingschraube von Brünierung befreien, freie Stelle dann verzinnen
  • Schiene einschieben, auf Dehnungsspalt achten, am Schraubenkopf festlöten und sauber am Segmentende ablängen

Altern von Schienen

Schienen auf befahrenen Strecken sind üblicherweise nicht rostrot, sondern haben meist einen Farbton, der einem matten RAL 8027 Lederbraun recht nahe kommt. Zum Streichen bzw. Airbrushen der Schienen seien folgende Farben empfohlen (die Haftkraft bei der Revell-Farbe scheint auf blankem Neusilber besser als das Vallejo-Pendant, weshalb der Autor die Vallejo-Farbe nur auf bereits brünierten Schienen verwendet)

  • Revell 36184: Aqua Color Lederbraun, matt, 18ml, RAL 8027
  • , 17 ml

Gebäudebau

Material

10MDF420x297x2mm
2MDF500x250x4mm
4Grauer Laserkarton480x315x0,9mm
3MDF500x250x1,5mm
2MDF500x250x1mm

Landschaftsbau

Silflor Rasen, lang (711-21) Sommerwiese (720-22) Wiese mit Unkraut (Frühjahr) (721-21) Wiese mit Unkraut (Sommer) (721-22) Schachtelhalm (900-21) Waldboden (740-22) Herbstwiese (720-23) Wiese mit Unkraut (Herbst) (721-23) Heideboden (730-23)

Elektrik

Die Hauptkabellänge pro Segment beträgt 170 cm (25+9+101+9+25).

Elektronik

Freising läßt sich sowohl über die Handbetätigungen (größtenteils von OUTBUS) für Weichen, Gleissperre, Schiebebühne und Drehscheibe betreiben als auch per Software/PC. Dazu werden die durch die Handbetätigungen gesetzten Schalterstellungen mittels Arduino UNO gelesen und in DCC++ Befehle umgewandelt, die an einen zweiten Arduino UNO mit Motorshield weitergeleiten werden, dieser erzeugt das Bahnhofs-DCC-Signal, daß z.B. von einem SwitchPilot 3 Servo Decoder interpretiert wird.

Aufbau
  1. Schalter mit Arduino UNO No1 verbinden: gemeinsame Masse, beide Schalterstellungen bekommen jeweils einen Input-Pin am Arduino
  2. Auf Arduino UNO No1 den Sketch () aufspielen, der die Schalterstellungen auswertet. Falls ein Zusatzschalter auf "Manuell" gestellt ist, werden direkt im Arduino DCC++-Befehle erzeugt und an Arduino UNO No2 per serieller (Software-)Schnittstelle übertragen, andernfalls schleift der Arduino UNO No1 Befehle vom Computer einfach zum Arduino No2 durch.
  3. Auf Arduino UNO No2 den DCC++-Sketch (https://github.com/DccPlusPlus/BaseStation) aufspielen.
  4. Auf des Rückseiten eines Original(!) Arduino Motor Shield Rev3 die Brücke bei Vin mit einem Cutter vorsichtig durchtrennen und mit Multimeter nachmessen, ob die Verbindung tatsächlich getrennt ist. Hintergrund: der Arduino (und damit z.B. der USB-Port eines angehängten PCs) soll nicht das Bahnhofs-DCC mit Spannung versorgen müssen!
  5. Arduino Motor Shield Rev3 auf Arduino UNO No2 aufsetzen.
  6. Folgende Pins verbinden:
  7. SwitchPilot 3 Servo Decoder an Arduino Motor Shield Rev3 anschließen
  8. ESU SwitchPilot Extension am SwitchPilot 3 Servo Decoder anstecken.

Das Ziffernblatt für die Uhr im Empfangsgebäude ist ein E-Paper, das Ziffernblatt wurde als Bitmap mit image2cpp erzeugt. Der Uhrtakt der RUT läuft über vier als Gleichrichter geschaltete Dioden in zwei Halbleiterrelais https://www.amazon.de/dp/B088TTF5Q4 deren Schaltzustand wird von einem Arduino ausgewertet. Auf dem Arduino sitzt ein Displayshield mit Tastatur, um die Uhr nachzustellen.

Signale

BestellnummerTypHp 0Hp 1Hp 2RuVr 0Vr 1Beleuchtet?
Weinert 3001bayerisches Einfahrsignal am 10-m-Mast (H0)JaJaNeinNeinNeinNeinNein
Weinert 3002bayerisches Einfahrsignal am 10-m-Mast (H0)JaJaNeinNeinNeinNeinJa
Weinert 3011bayerisches Einfahrsignal am 10-m-Mast (H0)JaNeinJaNeinNeinNeinNein
Weinert 3012bayerisches Einfahrsignal am 10-m-Mast (H0)JaNeinJaNeinNeinNeinJa
Weinert 3021bayerisches Einfahrsignal am 10-m-Mast (H0)JaJaJaNeinNeinNeinNein
Weinert 3022bayerisches Einfahrsignal am 10-m-Mast (H0)JaJaJaNeinNeinNeinJa
Weinert 3101bayerisches Ausfahrsignal am 8-m-Mast (H0)JaJaNeinJaNeinNeinNein
Weinert 3102bayerisches Ausfahrsignal am 8-m-Mast (H0)JaJaNeinJaNeinNeinJa
Weinert 3111bayerisches Ausfahrsignal am 8-m-Mast (H0)JaNeinJaNeinNeinNeinNein
Weinert 3112bayerisches Ausfahrsignal am 8-m-Mast (H0)JaNeinJaNeinNeinNeinJa
Weinert 3121bayerisches Ausfahrsignal am 8-m-Mast (H0)JaJaJaJaNeinNeinNein
Weinert 3122bayerisches Ausfahrsignal am 8-m-Mast (H0)JaJaJaJaNeinNeinJa
Weinert 3301bayerisches VorsignalNeinNeinNeinNeinJaJaNein
Weinert 3302bayerisches VorsignalNeinNeinNeinNeinJaJaJa

Ausschmückung

Elektrisches LäutewerkVorlage: Die elektromechanischen Läutewerke in Bayern
Material: Faller 180855 "6 Läutewerke" (4,49 EUR2024), verwendet wurde das mehrteilige Läutewerk des Bausatzes.
Farben: für die "Tonne", für Glocke, Hammer und Hut
WeichenwärterbudeVorlage: -
Material: Busch 1459 "Straßenwärterhäuschen" (7,49 EUR2024), nicht verwendet wurden die silbernen Riegel.
Farben: für die Fensterläden und Türe, Alterung mit .
TelegrafenmastenVorlage: Telegrafenmasten, die im Hintergrund der "Otto Schülein Maschinentransport"-Aufnahme zu sehen sind. Positionierung anhand Blatt 558/03 des Bayerischen Landesvermessungsamtes von 1858
Material: Busch 1569 Freileitungsmasten (!) (15 EUR2024)
BrunnenVorlage: Dorfbrunnen in Maulburg
Material: Faller 180875 "3 Dorfbrunnen" (7,59 EUR2024), verwendet wurde der Brunnen mit Trog.
Farben: für Stele und Trog, Vallejo für den Wasserauslauf, Alterung mit
WasserkranVorlage: Wasserkran um 1850
Material: Weinert 3354 "1:87 Wasserkran (ital.Bauart) Weissmetall/Messingguss, Bausatz" (24,06 EUR2024)

Werkzeug

Parafilm M

Parafilm ist eine dehnbare, weißlich durchscheinende Verschlussfolie aus ca. 1:1 Paraffinwachs und Polyolefin, die rein durch Adhäsion haftet, d.h. es können keine Kleberückstände am Gegenstand haften bleiben. Zur Verwendung dehnt man das Material, läßt es dann etwas ruhen und bringt es anschließend an.

  • Maskieren von Modellen beim Lackieren
  • Glätten von Epoxy-Klebestellen
  • Verschließen von Gefäßen

Züge fahren; Zugmeldungen; 408 0221 Fahrdienstvorschrift (Aktualisierung 04.3) - Bahnbetrieb (Gültig ab 15.12.2019)

Allgemeines

  1. Es gibt folgende Zugmeldungen:
    • Anbieten und Annehmen,
    • Abmelden und
    • Rückmelden.
  2. Zugmeldungen müssen auf der im Betriebsstellenbuch genannten Fernsprechverbindung gegeben werden. Im Betriebsstellenbuch kann zugelassen sein, dass Zugmeldungen unmittelbar mündlich gegeben werden dürfen.
  3. Mitarbeiter einer Zugmeldestelle müssen sich mit „Fahrdienstleiter … (Name der Betriebsstelle)" melden. Bei der ersten Zugmeldung nach Arbeitsübernahme müssen diese ihren Namen nennen. Mitarbeiter einer anderen Betriebsstelle melden sich nur mit der Bezeichnung der Stelle, z.B. „Blockstelle Heide“. Bei umfangreichen Namen von Betriebsstellen können im Betriebsstellenbuch Verkürzungen zugelassen sein.
  4. Jede Zugmeldung muss mit dem Wort „Zugmeldung" eingeleitet werden. Folgt der Annahme unmittelbar die Abmeldung, ist das Wort „Zugmeldung“ vor der Abmeldung nicht erforderlich.
  5. Es gilt Folgendes:
    1. Bei parallel verlaufenden Strecken muss in der Zugmeldung zusätzlich die Strecke angegeben werden (Betriebsstellenbuch)
    2. Wenn ein Zug auf Haltepunkten endet oder beginnt, muss in der Zugmeldung darauf hingewiesen werden.
  6. Es gilt Folgendes:
    1. Wo auf den beteiligten Zugmeldestellen Zugmeldungen durch technische Meldeeinrichtungen gegeben werden, muss nicht mündlich angeboten, angenommen oder abgemeldet zu werden.
    2. Züge müssen jedoch in folgenden Fällen nach den Regeln in den Abschnitten 2 bzw. 3 mündlich angeboten, angenommen oder abgemeldet werden: 1. Die technischen Meldeeinrichtungen sind gestört. 2. Rückmelden ist eingeführt oder bei Räumungsprüfung auf Zeit ist die Räumungsprüfung zu bestätigen. 3. Für Zugmeldungen sind besondere Formen oder Zusätze angeordnet (z.B. für Sperrfahrten, „mit außergewöhnlichen Sendungen“, Lü-Sendungen „Cäsar“), außer wenn Gleiswechselbetrieb ständig eingerichtet ist, für den Zusatz „auf dem Gegengleis“.
    3. Wo Zugmeldungen durch technische Meldeeinrichtungen gegeben werden, können im Betriebsstellenbuch Regeln für das Rückmelden gegeben sein.
  7. Es gilt Folgendes: a) Wo benachbarte Zugmeldestellen demselben Fahrdienstleiter zugeteilt sind, müssen keine Zugmeldungen gegeben werden. b) Auf eingleisigen Stichstrecken kann im Betriebsstellenbuch zugelassen sein, dass keine Zugmeldungen gegeben werden.
  8. 2Anbieten und Annehmen(1) Es gilt Folgendes:a) Auf eingleisigen Strecken müssen Züge angeboten werden.b) Auf zweigleisigen Strecken müssen Züge angeboten werden, wenn es1. in dieser Richtlinie,2. im Betriebsstellenbuch oder3. in einer Betraangeordnet ist.(2) Züge müssen von Zugmeldestelle zu Zugmeldestelle angeboten werden.(3) Ein Zug darf frühestens fünf Minuten vor der voraussichtlichen Ab- oder Durchfahrtszeit angeboten werden.(4) Ein Zug darf erst angeboten werden, wenna) der letzte vorausgefahrene Zug auf der nächsten Zugfolgestelle,b) der letzte aus der Gegenrichtung angenommene Zug auf der eigenen Zugmeldestelle angekommen ist.(5) Wenn Zugmeldungen mündlich gegeben werden, gilt Folgendes:a) Ein Zug muss angeboten werden mit den Worten: „Wird Zug … (Nummer) angenommen?"b) Ein Zug muss angenommen werden mit den Worten: „Zug … (Nummer) ja".c) Wenn der Fahrt ein Hindernis entgegensteht, darf der Zug nicht angenommen werden. Der Zug muss abgelehnt werden mit den Worten: „Nein warten".Ist der Hinderungsgrund weggefallen, darf der Zug angenommen werden mit den Worten: „Jetzt Zug … (Nummer) ja".d) Abweichend von den Regeln im 408.0202 Abschnitt 3 muss beim Anbieten und Annehmen nur die Annahme wiederholt werden. Folgt der Annahme unmittelbar die Abmeldung, muss nur die Abmeldung wiederholt werden.(6) Wenn keine mündlichen Zugmeldungen gegeben werden, gilt ein Zug auch als angenommen, wenn Erlaubnisempfang angezeigt wird.(7) Von den Bestimmungen der Absätze (3) und (4) darf in folgenden Fällen abgewichen werden:a) Ein Zug darf bis zu zwei Minuten vor der voraussichtlichen Ankunft des letzten aus der Gegenrichtung angenommenen Zuges angeboten und unmittelbar nach dessen Ankunft abgelassen werden.In diesem Fall muss der Zug angeboten werden mit den Worten: „Wird Zug … (Nummer) angenommen, wenn Zug … (Nummer des letzten Gegenzuges) in … (Name der eigenen Zugmeldestelle)?"Der Zug muss angenommen werden mit den Worten: „Wenn Zug … (Nummer des letzten Gegenzuges) in … (Name der anbietenden Zugmeldestelle), darf Zug … (Nummer des angebotenen Zuges) kommen".Die Bedingung muss im Zugmeldebuch in Spalte „Meldungen und Vermerke“ eingetragen werden, z.B. „Wenn Z 69136 in BES“.Wenn für den letzten Gegenzug die Räumungsprüfung bestätigt werden muss, muss die Bestätigung erst nach Abfahrt des bedingt angenommenen Zuges gegeben werden.b) Bei ordnungsgemäß wirkendem Streckenblock darf ein Zug bis zu zwei Minuten vor der voraussichtlichen Ankunft des letzten vorausgefahrenen Zuges auf der nächsten Zugfolgestelle angeboten werden. Der Zug darf abgelassen werden, sobald das Hauptsignal oder die virtuelle Blockstelle auf Fahrt gestellt werden kann.In diesem Fall muss der Zug angeboten werden mit den Worten: „Wird Zug … (Nummer) angenommen, wenn Zug … (Nummer des letzten vorausgefahrenen Zuges) in … (Name der nächsten Zugfolgestelle)?"Der Zug muss angenommen werden mit den Worten: „Wenn Zug … (Nummer des zuletzt angenommenen Zuges) in … (Name der nächsten Zugfolgestelle), darf Zug … (Nummer des angebotenen Zuges) kommen".Die Bedingung muss im Zugmeldebuch in Spalte „Meldungen und Vermerke“ eingetragen werden, z.B. „Wenn Z 69136 in BDH“.3Abmelden(1) Züge müssen in der Regel von Zugmeldestelle zu Zugmeldestelle abgemeldet werden. Im Betriebsstellenbuch oder in einer Betra kann angeordnet sein, dass Züge an andere Zugfolgestellen abgemeldet werden müssen oder dass andere Zugfolgestellen Züge abmelden.(2) Ein Zug darf abgemeldet werden, wenn der letzte vorausgefahrene Zug auf der nächsten Zugfolgestelle angekommen ist. Bei ordnungsgemäß wirkendem Streckenblock darf ein Zug schon abgemeldet werden, bevor der letzte vorausgefahrene Zug auf der nächsten Zugfolgestelle angekommen ist.(3) Züge müssen in der Regel bis zu fünf Minuten vorher mit der voraussichtlichen Ab- oder Durchfahrtszeit abgemeldet werden. Im Betriebsstellenbuch oder in einer Betra kann für den Zeitpunkt der Abmeldung eine Mindestzeit bestimmt sein.(4) Im Betriebsstellenbuch kann zugelassen sein, dass mit der tatsächlichen Ab- oder Durchfahrtszeit abgemeldet werden darf. Es muss jedoch mit der voraussichtlichen Ab- oder Durchfahrtszeit abgemeldet werden, wenn mit dem Abmelden Bahnübergangsposten benachrichtigt werden.(5) Züge, die angeboten wurden, sollen möglichst unmittelbar im Anschluss an die Annahme abgemeldet werden.(6) Als Abfahrtzeit gilt in der Regel der Zeitpunkt, zu dem der Zug am gewöhnlichen Halteplatz abfährt, als Durchfahrtszeit der Zeitpunkt, zu dem die Spitze des Zuges beim Fahrdienstleiter vorbeifährt. Das Betriebsstellenbuch kann nähere Weisungen enthalten.(7) Beim Abmelden müssen folgende Wortlaute verwendet werden:a) Beim Melden der voraussichtlichen Ab- oder Durchfahrtszeit: „Zug … (Nummer) … (Name der Zugmeldestelle) voraussichtlich ab … (Minute der voraussichtlichen Ab- oder Durchfahrtszeit)".b) Beim Melden der tatsächlichen Ab- oder Durchfahrtszeit: „Zug … (Nummer) … (Name der Zugmeldestelle) ab … (Minute der Ab- oder Durchfahrtszeit)".Im Betriebsstellenbuch können ergänzende Regeln gegeben sein.(8) Wenn die tatsächliche Ab- oder Durchfahrtszeit um zwei Minuten oder mehr von der gemeldeten Zeit abweicht, muss die Zugmeldung möglichst frühzeitig berichtigt werden.Die Berichtigung muss abweichend von Abschnitt 1 Absatz (4) eingeleitet werden mit den Worten: „Berichtigte Zugmeldung"Wenn der Zug zunächst nicht abfährt und deshalb die Zugmeldung zurückgenommen wird, muss folgender Wortlaut verwendet werden: „Berichtigte Zugmeldung, Abmeldung für Zug … (Nummer) wird zurückgenommen".Die Berichtigung oder Rücknahme einer Zugmeldung muss im Zugmeldebuch nach folgendem Muster nachgewiesen werden:4Rückmelden
    1. Die Rückmeldung ist die mündliche Bestätigung der Räumungsprüfung.
    2. Der Fahrdienstleiter der Räumungsprüfstelle muss die Züge an den Fahrdienstleiter zurückmelden, der die Fahrt in den Zugfolgeabschnitt zulässt.
    3. Die Rückmeldung lautet: „Zug … (Nummer) in … (Name der Räumungsprüfstelle)".
    RS Pro 498-902 6.4mm Made in Taiwan

Bahnhofs-DCC

Für den Betrieb von Signalen und Weichen auf einer FREMO-Betriebsstelle bietet sich der Aufbau eines Bahnhofs-DCCs an.

Einkaufsliste (für Zentrale und Schalterauswertung):

  • 2 Arduino-UNO-R3-Klone mit USB-C-Schnittstelle
  • 2 Screw-Shields für Arduino (optional, erleichtert aber die Verdrahtung, da geschraubt statt gelötet werden kann
  • 1 Arduino-Motor-Shield REV3 (empfohlen ist das Original, z.B. https://www.amazon.de/dp/B0084ZQF3O

Aufbau Zentrale:

  1. Motorshield nach Anleitung (https://github.com/DccPlusPlus/Documentation/blob/master/Motor%20Shield%20Pin%20Mappings.pdf) konfigurieren. Dabei die beiden Drahtbrücken auf Seite 1 und die Trennstellen auf Seite 3 beachten.
  2. Motorshield auf Arduino setzen, (optionales) Screw-Shield auf Motorshield setzen. Dabei kontrollieren, daß sich nicht Komponenten zweier Ebenen unzulässig berühren (klassische Problemfälle sind hier Pins am Motorshield, die auf dem USB-A-Anschluß des Original-UNO aufsitzen, auch daher ist ein UNO-Klon mit USB-C empfohlen)
  3. DCC++ BaseStation downloaden, im Quelltext die Geschwindigkeit für die serielle Verbindung auf 57600 herabsetzen und auf dem Arduino aufspielen.
  4. Die BaseStation sollte nun per seriellem Protokoll mit 57600bps ansprechbar sein.

Aufbau Schalterauswertung:

  1. Untenstehendes Projekt downloaden, an die eigenen Bedürfnisse anpassen und auf den zweiten Arduino aufspielen. Achtung: SoftwareSerial unterstützt nur 57600bps!
  2. Die Digital-Pins 2 (RX) und 3 (TX) vom zweiten Arduino mit den Digital-Pins 1 (TX) und 0 (RX) vom ersten-Arduino verbinden

Signaldecoder

Der zweite untenstehende Sketch ist für einen Arduino-Nano als Signal-Decoder bestimmt.

Signaldecoder programmieren

DCC PoM („Programming on Main“ – Programmieren auf dem Hauptgleis) ist ein Verfahren im Digital Command Control-System, um Fahrzeugdecoder direkt während des Fahrbetriebs zu programmieren. Es entfällt der Ausbau oder das Umsetzen der Lok auf ein Programmiergleis, wodurch CVs (Configuration Variables) in Echtzeit geändert werden können, ohne die Anlage zu stoppen.

Für die Programmierung der Arduinos in den Wattenscheider Schächten verwenden wir PoM auch zum Setzen der Decoderadresse. Dabei müssen wir die sogenannte lange DCC-Adresse umrechnen und in zwei CVs speichern.

Lange DCC-Adressen über 9999 bitte vermeiden, da sie von vielen Zentralen nicht unterstützt werden.

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